Touren durch den Spreewald

Gemeinschaftsfahrt des BfnL Göttingen zusammen mit dem KSR-Südwest
vom 03. - 10. Oktober 2019

Dodo ist Mitglied im BfnL Göttingen und auch bei uns im KSR-Südwest. Edgar als Gründer der neuen Kanugruppe des BfnL fand die Idee einer Gemeinschaftsfahrt gut, und so wurde dieser Fahrtentermin in unsere beiden Fahrtenprogramme aufgenommen. Die Terminwahl Herbst bietet sich deshalb für diese Gegend ganz gut an, weil dann der große Touristen-Rummel mit Stocherkahnfahrten und Bootsverleih vorüber ist und im Spreewald nach einer lebhaften Sommersaison wieder etwas Ruhe eingekehrt ist, so wie wir das lieben. Außerdem kann man davon ausgehen, dass sich die übliche Mückenplage etwas gelegt hat.

Die Wettervorhersagen waren nicht sehr ermutigend. Schon Tage vor dem Termin wollten Hübies sich auf dem Gelände des BfnL schon mal etwas akklimatisieren. Der Dauerregen und ein heftiger Wind ließ schon mal Bedenken aufkommen. Eines nachts hat es uns sogar unsere Regenplane, befestigt mit Kederschiene, stabilen Zeltstangen und langen Häringen, aus der Verankerung gezogen und in eine Buschecke geblasen. Unter diesen Voraussetzungen sind wir also von Göttingen zum Spreewald weitergezogen. Immer wieder wurde die Wettervorschau abgerufen, aber die Lage hat sich nie wesentlich verändert.

 

So sind wir beim Kanuclub in Lübbenau angekommen und konnten dort gleich mal feststellen, nicht die Ersten zu sein. Peter und Gisela waren schon vor uns angereist und hatten sich bereits aufgestellt und installiert. Neben seinem WoMo war gerade noch Platz für unseren VW-Bus. Das eng bemessene Platzangebot musste möglichst effektiv ausgenutzt werden, denn Dodo und Susi mit Wohnwagen, Bernd und Birgit im WoMo und Edgar mit WoMo wurden noch erwartet. Wir haben alle gut untergebracht und die Stromversorgung hat auch gut funktioniert. Das Bootsgelände ist eine kleine aber feine Anlage mit schöner Wiese und angenehmem Clubraum, den auch die Gäste mitbenützen dürfen. Die Sanitäranlagen waren bis dahin auch noch in Ordnung. Der Bootshauswart erschien uns etwas seltsam, denn irgendetwas hat mit Edgars Anmeldung per Email angeblich in Bezug auf Termin und Teilnehmer nicht richtig funktioniert. Diese Probleme haben sich aber letztlich in Wohlgefallen aufgelöst.

Nun ging es an die Fahrtenplanung. Dodo und Edgar haben die Touren ausgewählt und vorbereitet. Kartenmaterial und Canoa-App waren bereit für anstehende Taten. Dodo hat die elektronische Führung übernommen und Edgar hat die Verfolgung unserer Strecken auf der Landkarte nachvollzogen.

Am ersten Paddeltag - es war Freitag, der 4.10. - war es grau und trüb, aber trocken. Wir haben vom Bootshaus aus eine 22-km-Runde gedreht, die kleine Leiper Rundtour. Oft stehendes Wasser, aber auch manchmal gegen eine leichte Strömung anzupaddeln war angesagt. Wenn man auf der Spreewaldkarte seinen augenblicklichen Standort mal erkannt hat, war die Orientierung ganz einfach. Die Fließe sind mit "Straßennamen" gekennzeichnet und nur an den Kreuzungen muss man aufpassen, den richtigen Abzweig zu erwischen. Das graue Wetter hat angehalten bis zur letzten Schleuse, wo noch im Bereich des Oberwassers dann ein heftiger Landregen eingesetzt hat und das Schleusenpersonal ganz schön eingeseift hat. Die „Umtrager“ konnten im Schutz von Bäumen die Paddeljacken überziehen und daher beinahe trocken wieder einsteigen.

Dieser Regen hat uns dann die ganze Nacht eingelullt und den ganzen nächsten Tag angehalten. Keiner hatte am verregneten Samstag Lust, ins Boot zu steigen, und so hat sich jeder den Tag auf seine Weise gestaltet - mit Ausflügen, Besichtigungen und Faulenzen.

Am 6.10. aber hat tatsächlich die Sonne durch die Wolken geblinzelt, so dass es keine Ausreden mehr gab, nicht zu paddeln. Heute hatten unsere Fahrtenleiter die Barzlintour ausgewählt, die zwar nur 10 km lang ist, aber bei dem inzwischen schönen Wetter hat es Spaß gemacht, die Spreewaldlandschaft mit dem Boot zu durchstreifen. Abwechslungsreich geht es hier durch Wald und durch viel Wiesengelände mit Schilfufern. Weil uns die Strecke zu kurz vorkam, haben einige noch die Kamske-Runde angehängt, die über weitere 7 km zurück zum Bootshaus geführt hat. Den frühen Nachmittag haben wir dann noch dazu ausgenutzt, das leckere Bier im Babbens Brauhaus zu testen.

Wa­ren wir bis­her im­mer vom Bootshaus in Lübbenau aus gestartet, hatten uns Dodo und Edgar für den Montag eine Rundtour ab Burg ausgesucht. Bei der Schleuse am „Alten Backhaus“ konnten wir gut einsetzen und sind auf der Rundtour über Hauptspree, Bertelsfließ und Buschgraben zum Waldschlösschen gepaddelt. Hier haben wir unsere Paddelpause im Biergarten von Steffi's Hafenstübchen eingelegt. Von da ging es über den Ostgraben zurück zur Hauptspree und zum „Alten Backhaus“. Das waren nur 13 km, aber auch das war wieder eine wunderschöne Tour.

Was nun kam, war weniger erfreulich. Die Brackwassergrube des Bootshauses hatte inzwischen ihre Kapazitätsgrenze erreicht bzw. laut Anzeige bereits überschritten. Der Abholer war angeblich für eine Woche später bestellt. Die Aussage des seltsamen Bootshauswarts war: „Dann könnt ihr eben nicht mehr duschen und die Toiletten benutzen.“ Das Auspumpen früher einzufordern hätte erhebliche Mehrkosten verursacht, was anscheinend ein Grund war, dies nicht zu tun. Natürlich war jetzt eine Entscheidung notwendig. Sollen wir auf den Campingplatz um die Ecke umziehen, wo für uns kein Gemeinschaftsraum zur Verfügung stehen wird - oder welche Optionen haben wir sonst noch? Eigentlich hat für uns das Wetter entschieden, denn es hat wieder zu regnen angefangen. Für einen Umzug zum Campingplatz konnte sich auch niemand begeistern, den Großteil der Spreewaldfließe hatten wir inzwischen kennengelernt, ein WoMo-Stellplatz war für uns mit dem VW-Bus nicht akzeptabel, also haben sich die Hübies entschlossen, am nächsten Tag nach Hause zu fahren. Unsere bereits im Voraus bezahlten Übernachtungsgebühren haben wir uns für die Ausfalltage wieder zurückerstatten lassen.

An dieser Stelle muss man den Organisatoren dieser Fahrten ein Lob und großen Dank aussprechen. Mit viel Geduld und Umsicht haben sie uns durch die Kanäle geführt und wir haben immer sicher und ohne Umwege und ohne schlapp zu machen zufrieden zu unseren Behausungen zurückgefunden. Die Abwasser-Affäre war unschön, aber auch so etwas kann mal vorkommen.

Die Heimreise hat sich dann für uns bei gleichmäßigem Regenwetter so gestaltet, dass wir unterwegs noch eine Übernachtung auf einem Campingplatz im Vogtland eingelegt haben, um dann gemütlich und stressfrei am Dienstag Zuhause anzukommen.

Fazit: Der Spreewald ist für ein paar Tage ganz nett zu paddeln gewesen. Wir haben uns aber dann doch auf die anschließende Woche „Flussperlen rund um Kehl“ sehr gefreut.

JüHü - im Oktober 2019
Bericht aus KSR-Nachrichten 2020/1

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