Auf der Lahn mit dem KSR

13. bis zum 16. September 2019

Am Freitag den 13. auf die Autobahn? Doch wer ist denn schon abergläubisch und so wird es gewagt. Und siehe da, das Glück lässt uns ohne Stau bis zum Lahngarten durchfahren. Wir hatten uns rechtzeitig angemeldet und so wurden wir freundlich empfangen und bekamen gleich die Geländeschlüssel ausgehändigt.

Nach und nach trudelten die anderen Paddel-Kameraden ein. Wir beschlossen - damit sich niemand am ersten Tag anstrengen musste - am früheren Abend zusammen nach nebenan ins „Hellas“ zum Essen zu gehen. Trotz des Namens ist das kein griechisches, sondern ein kroatisches Gasthaus, was unserem Appetit aber keinen Abbruch tat. Nach mehr als einer Stunde im Stau erschien dann doch noch Conny zum Abendessen.

Am folgenden Tag wurde wie immer - es ist von der Logistik her das Einfachste - von Roth bis zum Gelände gepaddelt. Es sind landschaftlich sehr schöne 18 Kilometer. Am frühen Morgen war noch Torsten eingetroffen und da waren wir ganze acht Paddlerinnen und Paddler.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Zu wenige Wasser. Aussteigen zum Treideln.

Das langanhaltende sonnige Wetter forderte seinen Tribut. So froh wir um die Sonne waren, so froh wären wir auch um einige Zentimeter mehr Wasser gewesen. Wir mussten mehrmals die Boote treideln. Aber es war ja warm und so tat uns das bisschen Wasserwandern auch mal gut. Endlich mal wieder die Beine bewegen.

Beim Kiosk in Odenhausen gab es Weißwurst und Bier. Da konnten einige nicht widerstehen.

Gestärkt gings dann an die neue Bootsrutsche am Wehr von Lollar. Ulla und Wolfgang blieben mit ihrem Schlauchcanadier an den Bürsten hängen und durften die letzten Meter zu Fuß weiter. Ja, und dann kam noch kurz vor unserem Ziel eine einsame, sonnenüberflutete Insel. Da musste natürlich noch eine Sonnenpause eingelegt werden.

Am nächsten Tag hieß es die Autos vorstellen nach Dorlar. Bei dem geringen Wasserstand reichten uns auch 15 km. Es war staupaddeln angesagt.

Wir kamen auch am Werbeschild des Männerbadevereins vorbei und ich frage mich, ob diese Genderisierer nicht schon lange ein böses Auge darauf geworfen haben. Aber ich glaube, solche Leute paddeln nicht!

Gleich die erste Bootsgasse ist mit einer Selbstbedienung ausgestattet. Man zieht an einer Schnur, wartet, bis ein grünes Licht ertönt, dann senkt sich ein Sperrbalken und man saust die Rutsche hinunter.

Die nächste Rutsche lässt sich auch gut fahren und dann paddelt man wieder im Stau.

Dann liegt noch auf der linken Seite, vom Boot aus nicht zu erkennen, ein FKK-See, der von einer privaten Gemeinschaft betrieben wird. Conny musste da natürlich einige Bahnen ziehen.

Danach kam die schwarze Null! Bis zur Mündung in den Rhein wird ab hier wieder aufwärts gezählt. Wie man munkelt, sollen sich einige Finanzminister hier schon zu Bittgebeten eingefunden haben.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Warten auf das Öffnen der Schleusentore

Kurz vor unserem Ziel hat man noch eine Schleuse angebracht. Dodo erbarmt sich unser. Er steigt aus und kurbelt die Schleuse auf und zu.

Nach dieser anstrengenden Staupaddlerei, hat keiner mehr Lust, selbst zu kochen. Wir beehren nochmal das „Hellas“ und sitzen in der warmen Abendsonne. Das haben wir uns aber auch verdient.

Am dritten Tag haben wir eine gute Idee: Bei dem niedrigen Wasserstand müssen wir nicht staupaddeln und auch nicht treideln. Also fuhren wir nochmal ganz gemütlich die Strecke vom Kiosk in Odenheim bis zu unserem Gelände.

War zwei Tage vorher noch ein Mordsgetümmel an dem Verkaufsstand, so war jetzt der Platz bis auf uns menschenleer. Wir hatten den ganzen Fluss für uns. Und auf der einsamen Insel legten wir eine lange, lange Pause ein.

Mit dabei waren: Conny, Dodo, Gisela, Peter, Susi, Torsten, Ulla und Wolfgang.

Wir bedanken uns für die freundliche Aufnahme bei den Lahngärtnern. Es hat uns dort sehr gut gefallen und wir kommen gerne wieder.

Peter Schlageter (Text und Fotos)

Bericht aus KSR-Nachrichten 2019/6
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